HMI trifft Hardware:
Wie EVYTRA ganzheitliche Lösungen für ein User Interface & PCBs Denkt.

Technologie, die verbindet – von der Oberfläche bis zur Elektronik.
Im Blog von EVYTRA dreht sich alles um moderne Human-Machine-Interfaces (HMI) und die Elektronik, die sie antreibt. Wir zeigen, wie kapazitive Bedienlösungen, robuste Gehäuse und Leiterplatten zu ganzheitlichen Systemen verschmelzen – speziell für Anwendungen in anspruchsvollen Umgebungen wie Türkommunikation, Industrie und Embedded Systems.
Entdecken Sie spannende Einblicke in unsere Entwicklungsprozesse, Kundenprojekte und Innovationen rund um HMI und PCB – praxisnah, verständlich mit technischem Tiefgang und unter der Berücksichtigung von Kosten.

Kostentreiber Leiterplattendesign

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10 Jul. 2025
Lena Gleichauf

Der Einblick über die Kostentreiber des Leiterplattendesigns ist ein teil des kompakten Leitfadens für Einkaufsverantwortliche in der Elektronikindustrie.

Der Einkauf von Leiterplatten (PCBs) ist eine Schlüsselrolle in der Elektronikfertigung – und gleichzeitig eine potenzielle Fehlerquelle. Falsche Spezifikationen, ungeeignete Lieferanten oder unzureichende Qualitätssicherung können die gesamte Lieferkette gefährden. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, worauf es ankommt, um verlässliche, kostenoptimierte und qualitativ hochwertige Leiterplatten zu beschaffen – ohne böse Überraschungen.

Kostentreiber Leiterplattendesign

Das Design ist das Herzstück jeder Leiterplatte – und zugleich einer der größten Kostentreiber. Faktoren wie Lagenanzahl, Leiterbahnbreiten, Abstände, Bohrdurchmesser oder Sonderformen beeinflussen nicht nur die technische Funktion, sondern auch die Herstellbarkeit und Produktionskosten erheblich.

Deshalb gilt: Wer von Anfang an auf fertigungsgerechtes Design achtet und Standards nutzt, spart bares Geld – und erhöht gleichzeitig die Zuverlässigkeit und Lieferfähigkeit seines Produkts.

Die Anzahl der Lagen

Es klingt logisch, dass mehr Lagen, also mehr Material, zu höheren Kosten führt. Doch was genau steckt dahinter und worauf sollte geachtet werden? Die Kostenrelation unterscheidet sich leider maßiv von Leiterplatten-Hersteller zu Hersteller. Das heißt Sie müssen nicht unbedingt akzeptieren, dass so bald mehr Lagen auftreten, die Leiterplatte masiv teurer wird. Im Schnitt kann man jedoch von einer Preissteigerung zwischen 20 und 40 % rechnen. Beispielsweise bei einem Hersteller der Highend-Leiterplatten herstellt können die Kosten von 8 auf 10 Lagen tatsächlich nur um 20 % steigen. Wenn ein Unternehmen, das low-cost / günstige Leiterplatten herstellt, dann kann die Kostensteigerung jedoch auch beispielsweise 35 % betragen. Wichtig ist, dass der jeweilige Hersteller mit Bedacht ausgewählt wird.

Achtung: Zu beachten ist ebenfalls, dass die Reduzierung der Lagen, nicht automatisch die Kosten verringert. Wenn die Reduzierung der Lagen dazu führt, dass ein komplexes Design entsteht, dann kann das wieder zu hohen Kosten führen.

Die Komplexität

Komplexe Leiterplatten, oft Multilayer-Leiterplatten genannt, sind Leiterplatten, mit mehr als zwei Lagen. Sie ermöglichen die Realisierung komplexer Schaltungen auf kleinstem Raum und werden bei einer hohen Komponentendichte, komplexen Stromversorgungsanforderungen und High-Speed-Schaltungen eingesetzt. Bei komplexen Leiterplatten geht es vorallem darum die Komplexität in der Fertigung zuberücksichtigen, wenn man Kosteneinsparen möchte. Denn es gilt,

Je komplexer das Leiterplattendesign, desto höher der Fertigungsaufwand – und damit auch die Kosten – denn die Komplexität entsteht vor allem durch Abweichungen von etablierten Fertigungsstandards.

Ein Beispiel für komplexe Leiterplatten sind HDI-Technologien (High Density Interconnect): Das sind Leiterplatten mit hoher Verdrahtungsdichte, aufgrund ihrer komplexeren Fertigung und speziellen Anforderungen sind sie üblicherweise teurer. Zu den häufigsten kostentreibenden Faktoren zählen:

  • Feine Leiterbahngeometrie: Je schmaler Leiterbahnen und Abstände (z. B. 75 µm bei 100 µm Kupfer), desto höher der Fertigungsaufwand und damit die Kosten.
  • Kontrollierte Impedanzen benötigen exakte Lagenaufbauten, enge Toleranzen und zusätzliche Tests. Die Kostentreiber sind, die erfordern zusätzliche Produktionsprozesse und Platz für Testcoupons, um die Einhaltung der Impedanz werte nachzuweisen.
  • Microvias sind kleinste Löcher, die in Leiterplatten gebohrt werden, um verschiedene Schichten miteinander zu verbinden. Damit einhergehen oftmals feine Strukturen und spezielle Aufbauverfahren. Micro Via Strukturen haben einen großen Einfluss auf die Kosten, da sie die Anzahl der Laminierungsprozesse direkt beeinflussen.
    Achtung: Micro Vias können die Kosten jedoch auch verringern, weil man dadurch die Anzahl der Lagen und die Gesamtdicke der Leiterplatte reduzieren kann.

  • Aspect Ratio bei Vias / Bohrdurchmesser und Anzahl: Ein hohes Verhältnis von Leiterplattendicke zu Bohrdurchmesser erschwert die galvanische Durchkontaktierung. Viele oder sehr kleine Bohrungen steigern die Kosten. Eine hoher Aspect-Ratio (Verhältnis von Bohrtiefe zu Bohrdurchmesser) erschwert die Fertigung zusätzlich. Sehr kleine oder besonders enge Restringe erfordern hohe Präzision beim Bohren und Belichten.
  • Plugged Vias (gefüllt & kupfergedeckelt): Spezielle Verfahren zum Füllen und Abdecken kleiner Durchkontaktierungen sind zeit- und kostenintensiv.
  • Buried holes = vergrabenen Löcher und die Anzahl der Verpressungsprozesse verteuern die Leiterplatte ebenfalls.
  • Mechanische Sondertoleranzen: Abweichungen von Standardtoleranzen (z. B. bei Fräskanten oder Ausfräsungen) erhöhen den Fertigungsaufwand und logischerweise duch die Kosten.
  • Kupferdicke bei feinen Strukturen: Dicke Kupferschichten in Kombination mit engen Leiterbahnabständen führen zu erhöhtem Ätzaufwand und höherem Risiko für Fertigungsfehler. Steigende Kupferpreise und höhere Schichtstärken wirken sich direkt auf den Endpreis aus.
  • Golddicke: Der Goldanteil ist im Regelfall gering – daher spielt der Goldpreis eine untergeordnete Rolle bei den Gesamtkostenrechnung

EVYTRA s Empfehlung

Jede technische Abweichung vom Standard erhöht den Fertigungsaufwand. Deshalb lohnt es sich, bereits in der Designphase auf fertigungsgerechte Lösungen zu achten – für stabile Qualität und kontrollierte Kosten.

Als Richtlinie kann man festhalten, dass die Kosten ziemlich linear mit dem Materialeinsatz und die Anzahl der Lagen steigen und damit die Gesamtkosten bestimmen. Es gilt je komplexer und je höher eine Verdrahtungsdichte ist, desto teurer wird die Leiterplatte. Ideal ist es, sofern möglich, alles zu vermeiden, was vom Standard abweicht. Eine große Hilfestellung geben die IPC Standards (IPC -2220 & IPC 2226).

Bei komplexeren Anforderungen an ein Leiterplattendesign ist darauf zu achten, dass man die Anzahl der Laminatprozesse auf ein Minimum des benötigten reduziert, dazu muss man den Fertigungsprozess allerdings gut kennen. Wir empfehlen deshalb frühzeitig in den Austausch mit dem Hersteller zu gehen.

Außerdem empfehlen wir Entwicklern, sich stetig über neue Technologien beim Leiterplattenlieferanten zu informieren, denn der Herstellungsprozess ist einem stetigen Technologiewandel unterworfen – oder Sie machen es sich einfach und lassen sich von einem Experten begleiten, der Ihnen schon in der Designphase der Leiterplatte zur Seite steht.

Das sagen unsere zufriedenen Kunden

Auch ich bedanke mich herzlich für die top Nachricht und Ihre Unterstützung bei dieser Angelegenheit! Wir schätzen dies sehr. Durch die frühzeitige Lieferung haben Sie uns eine Menge Ärger mit unserm Kunden erspart!

Auch liebe Grüße an Ihre Kollegen in der Baugruppen-Montage, welche für uns einen extra Effort leisteten! Das nenne ich einen top Kundendienst.

Martin Isenschmid Impact Acoustic AG, Chief Purchasing Officer

Das sagen unsere zufriedenen Kunden

Aus diesem Grund möchte ich mich vorab bei Ihnen für die super Unterstützung und Zusammenarbeit bedanken. Wie ich Ihnen schon mitgeteilt habe, gebe ich dieses positive Feedback auch intern weiter. Die gesamte, offene Kommunikation ist sehr vorbildlich und so konnten wir das Thema schnell abhandeln.

Fabio Zürn Oertli Instrumente AG, Qualitätssicherung

Das sagen unsere zufriedenen Kunden

Sehr geehrtes EVYTRA-Team, ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich für Ihre herausragend schnelle Rückmeldung sowie die Muster bedanken! Eine Zusammenarbeit, wie man sie sich wünscht! 

Cornelius Berns Thermokon Sensortechnik GmbH, Head of Sales
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